Sonntag, 14. September 2014 – Cup

Depo vs. Vollmond – 3:0

Der Mond ist untergegangen

Hoch verdienter 3:0-Sieg in der Coupe d’honneur! Das Paradox des Tages war, wie routiniert die heutige Zufallsformation zusammenspielte…

Das Schöne an Depo ist ja: Man lernt jeden Sonntag neue Leute kennen… Erneut mit einigen Last-minute-Verstärkungen, brachten wir es gegen die SV Vollmond immerhin auf dreizehn Anwesende. Vollmond? Richtig, das sind die, die mit Länderspielen gegen exotische Gegner wie den Vatikan und Montserrat, den Letzten der Weltrangliste, von sich reden machen. Aber, hey! Wir sind ja nicht Letzte der Weltrangliste… Wir sind Deportivo! Also übernahmen wir forsch das Spieldiktat, und es blieb lange Zeit unklar, ob es die lauernde Taktik oder das schiere Unvermögen der Gegner war, dass sie kaum je über die Mittellinie hinauskamen. Wir aber vergaben Chance um Chance – und liessen sie nach einer Viertelstunde leider besser ins Spiel kommen.

Und plötzlich wurde es brandgefährlich: Pfostenschuss für Vollmond in der 17. Spielminute, Beni pariert den ersten Nachschuss bravourös, Simon drischt den zweiten von der Linie – beinahe hätte dieser klassische Scheisskonter zum unverdienten Gegentor geführt. Unsere Hintermannschaft verhinderte es.

Dann bot sich uns endlich die Chance zur Führung: Gastspieler Gaz wird im Strafraum gefoult, Yann nimmt Anlauf zum Elfmeter … und scheint vom hübschen Vintage-Sampdoria-Shirt des Vollmond-Keepers so irritiert, dass es besagtem Keeper gelingt, den Schuss in Corner zu lenken. Diesmal aber verwerten wir die Chance: Gaz köpfelt den Eckball zum 1:0 ein. Auch das eine Art Penalty-Nachschuss … Kurz vor der Pause rettet Beni Hunziker uns die Führung: In der 38. faustet er einen eigentlich unhaltbaren Ball aus dem hohen Eck. Der Rückkehrer zwischen den Pfosten war heute grandios wie eh und je – der Vorstand sollte unbedingt versuchen, Benis geplante zweijährige Weltreise zu verhindern. Oder ihn zumindest jeweils für Schlüsselspiele einzufliegen.

Die zweite Halbzeit ist rasch erzählt. Deportivo war nun konzentriert, diszipliniert und kaltblütig wie selten in dieser Saison und erarbeitete sich geduldig und ruhig den verdienten Sieg. Dass die Gegner zunehmend nervös wurden und untereinander, aber auch in Richtung Schiedsrichter zu gifteln begannen, kam uns nur zugut. (Dass wir uns zumindest in einem Fall mit einem «Hueresohn», das man aus Depo-Mund nicht hören möchte, darauf einliessen, war das einzig Unschöne am heutigen Spiel.)

Dafür ergab die Slow-Motion-Analyse im «Sportpanorama», dass wir das 2:0, ein vermeintliches Eigentor, dem flankenden Miro gutschreiben können! Die Intervention des Verteidigers, befand auch der Schiri, sei als Prellball zu werten. Torschütze Miro! Und das ist gut so, es war nämlich sein Geburtstag, olé, olé, olé, Capitano! (Und natürlich wäre auch Yann goldrichtig bereitgestanden, um einzuschrieben, wäre der Ball eben nicht schon dringewesen …)

Als kurz später Penalty für uns gepfiffen wurde, ergriff Kai – zusammen mit Simon und Beni H. ohnehin schon einer der Men of the match – die Gelegenheit zum Torschuss und verwandelte abgeklärt zum 3:0.

Ohne, dass wir Catenaccio gespielt hätten, darf klar festgehalten werden, dass wir dieses Spiel von hinten raus gewonnen haben. Simon und Kai waren in der Innenverteidigung einsame Klasse; und aussen liessen Reto/Bänz auf der rechten und Flo/Kevin auf der linken Seite kaum etwas anbrennen. Und wenn, war da ja noch Beni: Als wir kurz vor Schluss noch etwas fahrig wurden, retete er zweimal vor allein auf ihn losziehenden Vollmöndlern und feierte ein Shutout. Zudem staffelten Andi, Miro, Benno und der nimmermüde Miki mit grossem Laufpensum wann immer nötig zurück. Lob von Gastspielter Kevin aus Colorado: Man merke, wie eingespielt die Truppe sei, die Mechanismen griffen hervorragend. Eingespielt? Wir setzen an dieser Stelle ein fröhliches Smiley :-).

Das perfekte Wochenende ist ja, wenn Basel verliert, Depo und YB aber gewinnen (hier darf der Leser wahlweise «GC» oder «FCZ» einsetzen, beides trifft zu!) Es war also das perfekte Wochenende. Und jetzt wollen wir den Final, jawoll!

PS. Leute, das war der amtierende Meister der Ehrenliga, den wir da locker gebodigt haben! Das ruft doch fast nach Habana Vieja in der Ehrenliga, nächste Saison… Das Alter dazu hätten wir.

Bänz Friedli

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