[2.2] … gescort,…

Nach dem Cup-Erfolg schien nun auch der Knoten in der Meisterschaft geplatzt. Gegen das ebenfalls punktlose Eglisau gelang Depo das, woran es in beinah allen Spielen vorab so gemangelt hat. Die eigenen Chancen wurden verwertet. Ob dies aber in letzter Konsequenz geschah, daran weckt zu mindestens dieser WhatsApp-Kommentar von Coach Miki Zweifel: «Plus de Goalie vo de andere hät öppe no 23 unhaltbari usegfischet!! 😳 Muss au no gseit si.»

Die Depo-Tore wurden dieses Mal auf vier Spieler verteilt. Vier Mal netzte Tim, drei Mal der Ivan, je einmal Rico und Bettina, eine last-minute aufgebotene Sturmspitze. Spannend ist, dass es den bisherigen Gegnern Eglisaus jeweils «nur» drei Mal (Morgenstern, Röntgen) bzw. sechs Mal (Schachtor) gelang, den Eglisauer Keeper zu überwinden.

Viel mehr gibt es von diesem Match aufgrund der eigenen, Italien bedingten Abwesenheit nicht zu schreiben. Eventuell findet sich ja ein Freiwilliger für einen ausführlicheren Spielbericht?

Kai

Aufstellung nach WhatsApp:

Simon (Goal), Reto, Miki, Roman, Rico, Bänz (Abwehr), Morris, Benno, Alex (Gast), Icaro, Fabian (Mittelfeld), Tim, Ivan, Bettina (Gast), Tim (Sturm)

[1.2] …verprügelt und verbessert

Eine defensive Taktik hatte sich Coach Miki ausgedacht gegen das Team, welches nicht nur über – ceterum censeo – den klangvollsten und geilsten Namen der Liga verfügt, sondern das uns auch eine empfindliche und trotz teils grotesker individueller Fehlleistungen auch in dieser Höhe verdiente 0-7 Pleite im Juli zugefügt hatte. Ein tiefes, die Räume verdichtendes 5-4-1 sollte den gegnerischen Sturmlauf bremsen, schnell vorgetragene Angriffe für Entlastung und Torgefahr sorgen. Für Letzteres hatte sich Tom angekündigt, der zu Spielbeginn aber noch nicht anwesend war.

40 Minuten später stand es 0-4. Die Taktik war wohl richtig, deren Umsetzung leider mangelhaft. Wiederum wurde der spielstarke Gegner regelrecht zum Tore schiessen eingeladen. Mal rutschte der im Prinzip sackstarke, von Miki akquirierte zentrale Verteidiger Joel im dümmsten Moment weg, ein anderes Mal waren die zusammengezählt 90+-jährigen Beine von Schumms und dem Schreibenden nicht schnell genug, um den in der Schnittstelle durchgebrochenen Stürmer zu halten. Auch das 0-4 fiel symptomatisch nach einer schlecht, ach komm, nach einer nicht verteidigten Ecke.

Klar, Kasper hatte zu Beginn nach tollem Angriff das 1-0 auf dem Fuss. Und ja, in den letzten fünf Minuten war Depo Dauergast in Gegners Hälfte. Mikis Kollege Joel scheiterte nach Traumsolo da auch nur um Haaresbreite. Dennoch, so richtig wollte niemand in der Halbzeit an die Wende glauben. Was sprach denn auch dafür?

Eine Wende, welche sich in Punkten ausgedrückt hätte, trat tatsächlich nicht ein. Dafür war die Bürde der ersten Hälfte zu schwer und der Gegner schlicht auch viel zu gut. Aber, diese zweite Hälfte zeigte, wozu das Team im Stande ist. Depo bewies auch nun endlich, dass es den Ball nicht nur über, sondern auch ins Tor zu schiessen vermag.

Mit Tom besass Depo in Halbzeit eine richtige Offensivwaffe; mit dem endgültig in den Sturm verfrachteten Joel einen ballsicheren, kampf- und spielstarken zweiten Stürmer (leider auf Ballerinasohlen). Die Halbzeit begann zwar beinah so, wie die erste geendet hatte. Nur landete ein Schuss der Rosen – endlich! – mal nicht im Tor, sondern nur am Gestänge. Danach entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe mit Chancen auf beiden Seiten. Eine dieser Chancen liess sich Tom dann Mitte der Halbzeit nicht entgehen. 1-4 klingt nicht supertoll, erstes Deposaisontor schon ungleich besser. Kurz vor Schluss legte Tom noch einen Treffer Marke Traumtor drauf: Eine Körpertäuschung, ein satter Schuss und da stand es nur 2-4. Sanft aufkeimende Hoffnungen auf eines der grösseren Comebacks der jüngeren Sportgeschichte wurden zwar mit dem folgenden, finalen Treffer der schönen Rosen zu Grabe getragen. Nach Abpfiff war trotz des Ligafehlstarts und des deutlichen Ergebnisses aber eine Art Zufriedenheit spürbar. «Die zweite Halbzeit habe man ja gewonnen», mit dieser Parole verabschiedeten sich die Spieler, mit etwas Zuversicht im Gepäck.

Kai

Aufstellung nach Gedächtnisprotokoll und WhatsApp:

Simon (Goal), Kai, Philipp, Joel (Gast), Roman, Bänz, Miki, Flo (Abwehr), Loris, Rico, Alan (Gast), Kasper (Mittelfeld), Flo Lanz, Tom (Sturm)

[1.1] Versagt, …

Zum Saisonauftakt fehlte Depo eine Minute – siehe Bericht von Bänz. An diesem zweiten Spieltag fehlten Präzision und Kaltschnäuzigkeit. Wäre der Punktgewinn gegen Lettenwiese zwar nicht unverdient und durch Tom seine Verletzung teuer genug erkauft gewesen, so wäre er laut ehrlicher Eigenaussage dennoch auch irgendwie glücklich gewesen.

Das sollte sich gegen Aurora gründlich anders darstellen. Depo überzeugte über die komplette Spieldauer mit Ballsicherheit, Spielwitz, Lauf- und Zweikampfstärke, dank Spielern wie Fabian, Icaro, Ivan, Kasper, Loris oder Morris. Nach den ersten zehn Minuten, in denen Aurora mit drei Versuchen aus der Distanz das Aufwärmen des arg spät kommenden Schreibenden im Tor übernommen hatte, stand die Abwehr um Simon absolut sattelfest.

Und Richtung gegnerisches Tor sah das richtig gut aus. Ballstafetten, Tempowechsel, Pässe und Läufe in die Tiefe, alles war dabei. Nur der finale Befreiungsschlag fiel nicht. Entweder stand dem der gegnerische Torwart, ca. einen halben Kopf grösser als ein Schwein (Zitat nach Hans Meyer), aber mit hervorragendem Stellungsspiel und Reflexen ausgestattet, im Wege, oder aber eine anscheinend zu tief aufgehängte Latte, über die gleich mehrere viel versprechende Abschlüsse strichen.

So kam es, wie es dann halt so kommt, irgendwann in der zweiten Halbzeit entwickelt auch der Gegner wieder sein Spiel nach vorne und nutzt die mehr oder weniger einzig sich ihm bietende Gelegenheit (von einem Freistoss an der Strafraumgrenze mal abgesehen, der präzise aber zu schwach geschossen war). Dass das Tor, ein Kopfball aus zwei Metern nach einem von Simon gegen eine unerklärliche Übermacht von zwei gegnerischen Stürmern ähnlicher Konstitution verlorenem Kopfballduell, wenig herausgespielt und eher unglücklich war, geschenkt. Dass man danach die sich bietenden Chancen an durchaus beachtlicher Zahl ebenso wenig nutzen konnte wie die davor, ärgerlich. Bänz fasste es zusammen: «Man kann schlecht spielen und verlieren. Aber, man kann auch gut spielen und verlieren.»    

Kai

Aufstellung nach Gedächtnisprotokoll und Teamplanbuch:

Kai (Goal), Simon, Reto, Roman, Bänz, Schumsi, Romeo (Abwehr), Morris, Fabian, Icaro, Loris, Benno, Kasper (Mittelfeld), Ivan, Flo Lanz (Sturm)

Wenn «noch eine Minute» huerego#*%!?*¡ø*mi noch mal eine zu viel ist …

… und ein gefühlter Sieg zur ziemlich bitteren Pleite wird. Depo war zum späten Saisonauftakt nah am Punktgewinn. Sehr nah.

 

Endlich der herbeigesehnte Tag: Meisterschaftsstart. Wen kümmern da noch Champions League und solcherlei Nebensächlichkeiten? Toll ist, wenn sich bei bestem Fussballwetter fünfzehn ausgeschlafene und hochmotivierte Depos einfinden. Noch toller, wenn sie sich an Miklos’ vorgegebene Devise halten und das geforderte 5-4-1 tief stehend, aber mit höchster Solidität umsetzen. Ganz zuhinterst führt der Meister himself als Spielertrainer Regie. Am tollsten, wenn es gelingt, ein schieres Bollwerk zu errichten, an dem die spielstarken Gegner ein ums andere Mal abprallen. Und geradezu sensationell, was der vife Jonas dann – bricht doch mal wieder einer durch – im Tor so alles hält. Okay, die objektive Betrachterin hätte unsere Aufstellung wohl mit «Zehn hinten – Tom alleine vorn» umschrieben. Und angemerkt, dass ein deportives Umschaltspiel nahezu inexistent war und dass wir, falls doch mal in der Vorwärtsbewegung, zu viele Bälle unnötig verloren. Jedenfalls hielten wir dicht, und es hätte ja sein können, dass Tom vorn aus einem der langen Bälle, die ihn dann und wann erreichten, etwas gezaubert hätte. Er führte Kunststück um Kunststück auf, blieb letztlich dann aber jeweils doch an irgendeinem Bein hängen. Eine Pausenführung wäre unverdient gewesen, das Remis war tapfer ertrotzt.

Schön ist, wenn Depo nach dem Wechsel etwas kecker wird, ohne allerdings hinten die bedingungslose Sicherheit aufzugeben. Noch schöner, wenn dies als starke Mannschaftsleistung daherkommt – kämpferisch, engagiert, solidarisch. Es fehlt nur die krönende Einzelaktion; auch ein Freistoss kurz vor Schluss ist nicht vom Glück begünstigt. Weiterhin torloses Unentschieden. Für uns eher schmeichelhaft, aber letztlich verdient.

Nur, halt!, das ist vorgegriffen. Denn nach etwas mehr als der Hälfte der zweiten Halbzeit geht unser Tom Lüthi schreiend zu Boden. Das Knie. Zuckungen, schmerzverzerrtes Gesicht. Aufstehen unmöglich, weiterspielen sowieso. Minutenlang bleibt das Spiel unterbrochen. Einer holt Eis, ein anderer ruft die Ambulanz. Irgendwann ist der bemitleidenswerte Tom zum Spielfeldrand transportiert, die Partie wird fortgesetzt, Corona-bedingt ohne Schiri. Dumm ist, wenn der Schreibende seine Stoppuhr in den ersten Minuten des Unterbruchs hat weiterlaufen lassen. Noch dümmer, wenn er sie dann noch unterbricht und man sich einigt, dies sei nach ungefähr fünf Minuten geschehen. Richtig saudumm ist es schliesslich, wenn man gemeinsam festlegt, es blieben noch achtzehn Minuten zu spielen. Und geradezu idiotisch, wenn wieder der Schreibende – zu diesem Zeitpunkt schon ausgewechselt und getreu dem Timing auf seinem Handy folgend, obgleich dieses ja Handgelenk mal Pi zustande gekommen ist – nach Ablauf von weiteren siebzehn Minuten in die Runde ruft, das Spiel dauere noch eine Minute. (Er hätte dann ja auch einfach «Fertig!» rufen können, und alle hätten es geglaubt, es hätte vielleicht auch zugetroffen.) Und einfach nur unverzeihlich ist, wenn nach vierundvierzig Sekunden besagter letzten Minute aus  einem Gewusel vor dem Depo-Tor heraus ein Olympianer den Ball noch irgendwie zum matchentscheidenden 0:1 über die Linie bugsiert. Sechzehn fucking Sekunden vor Schluss.

Item. Wir waren besser als erwartet, zuletzt entschied eine kurze Unachtsamkeit. Am Sonntag warten die Furttaler Buben. Es ist nicht Cup, aber wir könnten sie ja auch mal in der Meisterschaft bezwingen. Dem lieben Tom unsere besten Genesungswünsche. Und das mit dem Rücktritt soll er gleich vergessen – so lassen wir dich nicht ziehen, Tom! Gute Besserung!!

bänz

Depo mit:

Jonas; Floke, Tom Lüthi, Miklos, Schummsi, Reto/Bänz; Philipp/Ivan/Kasper/Loris/ Benno; Simon Schr./Flo Lanz/Tom

Erfolglose Suche nach dem goldenen Ei

Im letzten Meisterschaftsspiel der Vorrunde pflügen 15 verzweifelte Deportaner einen kompletten Acker um – und finden das goldene Ei im gegnerischen 5er dennoch nicht. Ein Matchbericht aus Sicht des hintersten Mannes oder der Beweis des Schmetterlingseffekts.

Der Flügelschlag, welcher die Anfangsbedingungen verändert, und sich langfristig auf die Entwicklung des Systems auswirkt, war ein unscheinbares SMS von Roman: «schiritrio ist wegen verspätung des spiels erst um 14:45 auf Platz 11». Ein gelassenes Depo nahm diese Nachricht nur am Rande zur Kenntnis und ging davon aus, dass auch unser Spiel mit einer leichten Verspätung beginnen würde. Schiedsrichter und Gegner hingegen zählten 11 anwesende Deportaner und befanden, dass das Spiel umgehend zu beginnen habe. Dies führte zu spontanen Umstellungen in der von Trainer Miki akribisch ausgetüftelten Aufstellung und entsprechenden anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten. Und ebendiese wurden vom heutigen Gegner und Tabellennachbar Traktor Emilie schamlos ausgenutzt und Depo in den Anfangsminuten Mal für Mal überrannt. Während die ersten schnellen Rushs über die Seiten mit hohen Bällen auf die langen Stürmer den Torhüter lediglich erschreckten, fand im bereits vierten Versuch ein einstudierter Kopfball den Weg ins lange Eck – 0:1 für Traktor Emilie und man fragte sich, ob jetzt der berühmte Tornado über Depo hereinbrechen würde.

Doch Depo wäre nicht das Depo Edition 19/20, wenn es an dieser Stelle erstarren und auseinander fallen würde. Mit Ankunft des Schiritrios Roman, Morris und Schumsi – an dieser Stelle herzlichen Dank für den Einsatz – fand auch Depo zurück zur gewohnten Ordnung und geordnetem Spielaufbau. Und Depo zeigte Einsatz, ackerte, rackerte, kämpfte und litt, und es machte richtig stolz zu sehen, wie dieses Depo bis zum Schlusspfiff kämpfte und ackerte und litt. Und dies zu Bedingungen, welche unserem ballstarken Spiel leider konträr entgegenstanden. Ein Viertel des Platzes war ein Sumpf, wo der Ball beinahe umgehend zum Stillstand kam und Tim in den Schlussminuten nur haarscharf einer Verletzung entkam, und der Rest sah aus, als wäre eine Maturaklasse vorgängig zum Golf-Brevet gezwungen worden.

Depo griff also zur richtigen Waffe – dem Kampf. So gewann Depo im Mittelfeld die Überhand und den Traktoren gelang bis zur Halbzeit kein gefährlicher Spielzug mehr. Depo hingegen spielte als stehe man auf dem Kunstrasen des Stade de Suisse und versuchte den Ball gesittet und geordnet über den Acker namens Platz 11 – Geburtsort unzähliger Depo-Sternstunden – zu tragen. Ein leider komplett erfolgloses Unterfangen. Das Spiel begann sich in der gegnerischen Hälfte abzuspielen, ohne gross zwingend zu werden. Ein Abschluss von Loris und die wachsende Zuversicht waren die einzige Ausbeute zur Pause.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich wie eine Akzentuierung der ersten. Depos aufgezogenes Pressing wurde in den ersten Minuten durch einen Pfostenknaller Traktors unterbrochen, worauf eine langanhaltende, glücklose Sturm und Drang Phase Deportivos einsetzte. Doch die Traktoren verbarrikadierten die Mitte und Depo fand keinen Weg, um über die sumpfigen Flanken einzufallen. So wurde der Ball Mal für Mal über den ganzen Platz getragen bis tief in den gegnerischen 5er hinein, um selbst dort noch ein beindruckendes Tiki Taka aufzuziehen. Im American Football wäre der Spielstand  mittlerweile 28:0, die Anzeigetafel jedoch zeigte noch immer 0:1 und der Boden wurde minütlich tiefer. Durch die sich nun öffnenden Räume kam der Gegner zu zwei hochkarätigen Kontern: Einmal wurde die gesamte Hintermannschaft umlaufen, doch nach dem finalen Hackenschuss ins vermeintlich verwaiste Depo-Tor erwachte der Torhüter mit dem Ball sicher in seinen Händen. Und kurz darauf fand sich der einzige Torschütze des Tages nach einem langen Ball alleine im 16er vor, musste aber seinen strammen Schuss wiederum mirakulös in des Torhüters Händen versorgt sehen.

Depo gab niemals auf, glaubte stets an die Wende, und versuchte noch ein offensives Schlussfeuerwerk zu zünden. Icaro setzte zwei satte Schüsse knapp neben das Tor und segelte nach einem Freistoss von Miki um Haaresbreite am Ausgleich vorbei. In den allerletzten Minuten wäre Loris mit einem halbhohen Knaller beinahe ein spektakulärer Treffer gelungen, doch das Glück war uns heuer nicht hold. Etliche Hände wurden mehrmals vergebens in die erlösende Höhe gestreckt – doch am Ende folgte die zweite Niederlage, welche die 15 Deportaner ein bisschen konsterniert und nach Erklärungen ringend vom Platz schreiten liess.

Wären wir schon von Anfang an geordnet gewesen, hätten wir mehr über die Aussenbahnen geschaltet, hätte jemand Schmerzmittel für Tom gehabt, etc. etc. Als ehemaliger 6er ist mir heute aber vor allem Eins geblieben: Der 80-minütige, unermüdliche Einsatz jedes Einzelnen für die Gemeinschaft Deportivo La Habana in einem absolut fairen Spiel. Der Cupfight kann kommen!

Simon

Deportivo mit: Simon; Bene, Mathieu, Haile, Schumsi, Roman, Jonas, Jonathan; Miki, Morris, Benno, Loris; Icaro, Tim, Tom.

Depo besiegt schwierigen Gegner – sich selbst

An diesem wunderbar strahlenden Septembersonntag hätte Depo auf Lieblingsplatz 11 nur an Einem scheitern können: der Art und Weise, wie wir uns durch die Mätzchen des Gegners aus dem Konzept bringen liessen. Rechtzeitig vor Schluss fanden wir den Faden wieder. Und landeten einen wichtigen Sieg. 

Das Kuriosum des Jahres: Haile hatte soeben den Penalty (den wir ihm, dem Spieler des Jahres, an der GV zugesprochen hatten) so souverän versenkt, als hätte er nie etwas anderes getan. Tom war im Sechzehner gelegt worden, klarer Fall. Haile versenkt zum 2:0 – und die vor Spielbeginn gestellte Frage, welche der beiden Équipen sich in der Spitzengruppe würde behaupten können, schien nach einer halben Stunde vorzeitig geklärt: wir.

Alle gratulieren, auch Goalie Kai eilt nach vorn, den Torschützen, der erstmals überhaupt während eines Spiels für Depo getroffen hat, zu feiern. Und was tut der Gegner? Versenkt das Anspiel direkt in unser verwaistes Tor – Anschlusstreffer, 2:1.

Weil wir Depo-Deppen nicht aufgepasst hatten, war das Spiel neu lanciert. Dabei hatten wir so gut begonnen: Von Miki eher vorsichtig aufgestellt, kontrollierten wir aus solider Defensive heraus nicht nur das Spiel, sondern spielten den Gegner, den wir eher überschätzt hatten, nahezu schwindlig. Chance um Chance spielten wir uns heraus und nutzten sie … nicht. Bis Serge zur Führung traf, und zwar mittels Corner. Direkt verwandelt, fantastisch! (Können wir künftig immer so machen und es weiterhin unterlassen, Corner zu üben.) Kurz darauf Hailes verwandelter Elfer, das Spiel vermeintlich vorentschieden. Aber … Siehe oben.

Nach dem Wechsel, wiewohl durch die später dazugestossenen Schummsi und Reto noch verstärkt, verloren wir zusehends den Faden. Zu erwähnen ist, dass der Gegner leider einen Stil pflegt, für den «Stil» nicht der angemessene Ausdruck ist: Provokationen, Reklamationen, Mätzchen à la einem Depo-Spieler den Ellbogen ins Gesicht schlagen und sich danach selber theatralisch fallenlassen ohne Unterlass. Ein Prollgehabe, wie man es in dieser Liga sonst kaum erlebt. Bedauerlich. Noch bedauerlicher einzig, dass Depo sich in das Geplänkel hineinziehen liess und wir immer mehr selber zu maulen und zu zanken begannen, uns gar in Handgemenge verwickeln liessen, statt die vom Coach in der Pause geforderte Ruhe zu bewahren. Statt unser Spiel zu Ende zu spielen, bauten wir die Azul-Rüpel auf.

Der Ausgleich war die zwingende Folge: Serge bleibt, sagen wir mal, im Strafraum wuchtig stehen, der gegnerische Stürmer kommt zu Fall. Ein Penalty, den man grundsätzlich geben kann. Die Art und Weise allerdings, wie der Gegner sich showreif zu Boden warf, und die Tatsache, dass es sich um den Chefprovokateur in des Gegners Reihen handelte, hätten auch dazu führen können, die Einlage als Schwalbe zu taxieren. Item. Real Azul erzielt vom Punkt aus das 2:2.

Wollten wir den Sieg wirklich so dumm hergeben? Würden wir tatsächlich an uns selbst scheitern?

Nein. Es blieben einige Minuten. Depo raffte sich auf, startete ein Schlussfurioso und erkämpfte sich das Gück. Einige Male vergaben wir noch spektakulär: Da liess der Azul-Schlussmann einen Ball direkt vor Toms Füsse fallen, der aber schoss daneben. Da traf der andere Tom, Lüthi, aus nächster Nähe den Pfosten. Versuch um Versuch, die Zeit wurde knapp. Bis schliesslich Benno einen Abpraller (der Goalie hatte einen Schuss Toms weggefaustet) in hohem Bogen ins Tor spedierte, 3.2. Alles gut.

Zum Hashtag #spitzenteam fehlt es nur noch ganz bitzli im Kopf … Aber heute ging es noch mal gut. Und die Penalties schiesst künftig immer der Haile, oder?

Danke an die zahlreich erschienenen Fans (introducing Luan!) und ans Frühaufsteher-Schiri-Trio Benedikt, Kai, Miklos!

bänz

Depo mit
Kai; Floke/Reto, Vögi/Haile, Miki, Bene, Tom L./Bänz; Loris/Schummsi, Serge, Fabian; Benno, Tom

Tore
Serge, Haile, Benno

Spielsystem verstanden, verinnerlicht und erfolgreich umgesetzt

Hervorragend gespielt, in Führung gegangen und trotz Anschlusstreffer souverän vollendet. Depo gewinnt an diesem herrlichem Spätsommertag ein hochspannendes und äusserst ansehnliches Spiel mit 2:1 gegen ein starkes Atletico und festigt damit einen Tabellenplatz in den vorderen Regionen.

In den ersten paar Spielminuten bewahrheitete sich rasch, was noch vor Anpfiff auf der Depo-Bank die Runde machte. Der Gegner zeigte sich als eine äusserst spielstarke Mannschaft. Atletico Bernina zu Beginn mit deutlich mehr Spielanteilen, primär über einen starken Aufbau über ihre eingespielte Verteidigung und ihr Mittelfeld. Folglich konnten Sie auch Gefahr vor dem Tor erzeugen und für einige heikle Szenen sorgen. Depos Hintermänner und Tim als Goalie wehrten die Angriffe jedoch wiederholt ab oder der Abschluss der Grün-Weissen verfehlte schlicht das Tor. Depo überstand diese Phase schadlos und kam je länger je besser ins Spiel. Vor allem weil die Ordnung auf dem Platz zunehmend besser wurde. Die Gastspieler fügten sich rasch ins Kollektiv und in das vom Coach verordnete Spielsystem ein. Deportivo spielte mittlerweile einen sehr, sehr ansehnlichen Fussball. Die kurzen Pässe landeten in des Mitspielers Füssen und Depo generierte mit fortlaufender Spieldauer immer mehr Torchancen. Die später hinzugestossenen Tom und Fabian sorgten für zusätzlichen Druck im Mittelfeld und Schub nach vorne. Die 1. Halbzeit endete dann in etwa ausgeglichen. 

Nach der Pause konnte Depo an ihr Spiel anknüpfen, wenn nicht gar noch einen Zacken zulegen. Depo begann den Gegner früher anzulaufen und auch die langen Bälle fanden zunehmend eine Abnehmer aus den eigenen Reihen. Die Chancen wurden zwingender und so passierte, was in der Luft lag. Depo kam, wenn auch in der Situation glücklich, zum 1:0. Atletico’s Goalie faustet einen hohen Ball an den eigenen Verteidiger, was zur perfekten Vorlage für Tom wurde. Er brauchte nur noch einzuschieben.

Atletico wurde zusehends nervös. Mal ein Schubser da, mal ein kleines Nachtreten nach verlorenem Ball dort. Trotzdem ein im grossen und ganzen äusserst faires Spiel bei prächtigen Bedingungen auf dem Hardhof.
Das 2:0 fiel in etwa Mitte der 2. Halbzeit nach eben einem dieser langen Bälle. Vögi mit einem klasse Pass von links aus der eigenen Hälfte diagonal auf den gestarteten Tom. Dieser zieht in unwiderstehlicher Manier aufs Tor los und verwandelt souverän.

Eigentlich hätte Depo gleich nachlegen können, ja gar müssen. Aber es kam, wie es kommen musste. Morris läuft 20 Meter vor dem Tor mit absolut fairem Einsatz dem Gegenspieler den Ball ab. Der Schiedsrichter hat die Szene anders bewertet und auf Freistoss entschieden. Der herummaulende Atletico Spieler zirkelte den Ball gekonnt über die Mauer und liess Kai im Tor keine Chance. Anschlusstreffer zum 1:2.

Panik? Nervosität, den Vorsprung über die Runden zu bringen? Denkste! Depo blieb ruhig, liess den Ball weiter flüssig laufen und spielte unzählige hochkarätige Chancen heraus. Depo hätte den Sack zumachen müssen (Achtung Phrasenschwein), doch ein ums andere Mal vergab die Elf aus besten Lagen. Benno übers Tor, Tim neben das Tor. Tom legt perfekt in die Mitte auf Icaro, doch der vergibt aus vier Meter in bester Position. Und auch Tom blieb der Hattrick leider verwehrt. So blieb es spannend bis zum Schlusspfiff. Depo verliess als verdienter Sieger den Platz und bleibt an der Spitze der Gruppe A dran.

Es macht mächtig Spass mit diesem Deportivo zu kicken!

Haile

Depo: Tim/Kai; Chaim/Matthieu, Haile/Schumsi, Miklos, Vögi; Benno; Morris, Piet, Icaro; Kasper/Luc/Tom

Regenfight knapp verloren

So flüssig wie’s von oben kam, so zäh war’s auf dem Feld. Depo verliert ein enges Spiel gegen ein starkes Dynamo Röntgen mit 0:1.

Es regnete nur einmal an diesem herbstlichen Sonntag. Beflügelt durch den guten Saisonstart fanden sich doch respektable 17 Depos auf Platz 2 ein. Es stand ja auch das Spitzenspiel gegen das noch ungeschlagene und sogar gegentorlose Dynamo Röntgen an. Oder wie Kasper es ausdrückt: «Vamos cabrones, de wird härt. Miär bruuched das Depo, wo konzentriert defensiv kämpft und irgendwie no e chiste macht!». Dieses Depo sollte er bekommen, naja fast…

Trainer Miklos beorderte ein defensives 5-3-2 auf’s Feld, das die Räume für den Gegner eng macht. Das Spiel war dann auch über weite Strecken geprägt von Mittelfeldgeplänkel. Torchancen waren bis auf wenige Ausnahmen Mangelware. Die beiden Mannschaften neutralisierten sich weitgehend gegenseitig und standen sicher und solid. [Hier weitere Standardsätze der Fussballberichterstattung einfügen.] Erwähnenswert in der ersten Halbzeit wäre lediglich einen Kopfball des bulligen Dynamo-Stürmers, welchen er völlig freistehend neben das Tor setzte. Auf unserer Seite gab es Abschlussversuche, aber wenig wirklich zwingendes. Die Intensität war jedoch durchaus hoch und der Schiri unterbrach ab und an nach einem Foul das Geschehen mit einem lauten Pfiff. Nach einer umstrittenen Szene im 16er Dynamos – war es Hands oder Foul? – blieb der Pfiff jedoch aus. 0:0 zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel ging’s im gleichen Stil weiter. Depo hatte genügend Manpower mitgebracht und liess nicht nach. Doch auch beim Gegner waren keine Ermüdungserscheinungen auszumachen. Circa Mitte der zweiten Halbzeit die spielentscheidende Szene: ein flüssiger Dynamo-Angriff über links. Der Flügel überlauft unsere Verteidigung und spielt scharf in den Rückraum, wo ein aufgerückter Mann aus dem Mittelfeld – war es der starke 8er? – direkt und satt, flach links unten einnetzte. Keine Chance für Simon im Tor, kein Pech, einfach sehr gut gespielt.

Depo steckte nicht auf und suchte nun vehementer den Ausgleich. Und für einmal ohne die Ordnung zu verlieren oder in dumme Konter zu laufen. So konnten sich auch tatsächlich ein paar Chancen herausspielen. Der Ball zappelte auch schon im Netz – Icaro hatte nach einem Freistoss kalt eingeschoben – als der Linienrichter die Fahne hob. Äusserst knappe Entscheidung. Eine weitere skurrile Szene ereignete sich kurz vor Schluss, als Haile an vorderster Front bei Abstoss des Gegners den Ball mal vorsorglich im Tor versorgte. Er meinte, der Ball wäre gar nicht im Aus gewesen und somit spielbar. Leider stieg niemand auf seine Meinung ein.

Es blieb beim knappen Resultat, Dynamo konnte die weisse Weste behalten. Vielleicht wäre mit einem (zweiten) Tom in unseren Reihen mehr drin gelegen, aber die Teamleistung und die Einstellung stimmte und das ist mir mehr Wert als der Zähler in der Tabelle.

Depo o muerte!

Benno

Simon; Jonathan/Tom, Haile/Bene, Roman, Jonas, Reto, Schumm; Loris/Rico, Miklos, Serge; Icaro/Benno, Kasper/Holger

Der Vierfach-Tom gegen die Strandfussballer

Mit 5:1 gewinnt Depo auch das zweite Match der jungen Saison. Den Unterschied machte wie so häufig Sturmtank Tom, dessen Mission «Torjägerkrone» nach seinem Vierfachpack immer konkretere Züge annimmt. Nicht wegzudiskutierende Abwehrprobleme wurden an diesem Tag von wenig effizienten Stürmern des Gegners und der Reinkarnation von Marco Pascolo bedeutungslos gemacht.

«Ja, Mann! Geilä siech!» Laut schallte es zu Beginn der zweiten Halbzeit von der Seitenlinie über den Platz. Obwohl höchst angebracht galt diese Huldigung nicht etwa Depo-Stürmer Tom, der bis dato schon mehrfach seine Klasse bewiesen hatte und seine Leistung wenige Minuten später mit seinem vierten Goal krönen sollte. Nein, der von Depo für den «Schweizer Comedian des Jahres» nominierte Bänz F. hatte live den Schlussgang beim ESAF verfolgt und nach erfolgtem «Lupf» seiner Freude freien Lauf gelassen.*

Tatsächlich hätte der Spielverlauf zu dieser Zeit durchaus noch Aufmerksamkeit verdient. Zwar stand es zum Zeitpunkt des emotionalen Ausbruches schon 4:1 für Depo und wenig bis ganz wenig sprach noch für einen gedrittelten oder gar totalen Punktverlust. Dennoch erspielten sich die Depos Chance um Chance, um gleichzeitig hinten Chance um Chance zuzulassen. Während die Widerstand-Stürmer nach allerlei technisch anspruchsvollen Einzelaktion aber wieder und wieder an den eigenen Nerven oder wiederholt am glänzend aufgelegten Simon «Krake» Sigg scheiterten, konnte Depo wenigstens ab und an seine Angriffe veredeln. Ein letztes Mal geschah dies kurz vor Schluss, nach altbekanntem, im Prinzip eher unkreativem, aber halt nicht zu verteidigendem Muster: Tom wird aus dem Mittelfeld gegen eine nicht sortierte Abwehr auf die Reise geschickt, geht auf den Goalie zu und verwandelt zum 5:1.

Mit diesem Treffer schraubte das Zürcher Pendant von Wayne Rooney – nur spielerisch gemeint; weder optisch noch in Fragen der Gestaltung von Beziehungen mit dem weiblichen Geschlecht vergleichbar – sein Tagessoll auf vier und die Saisonmarke auf sieben. Schon nach zehn Minuten der ersten Hälfte hatte er das erste Depo-Tor zu damals nicht unwichtigen 1:1 markiert. Dieser Treffer fiel nach berechtigtem Elfmeter und aufgrund der Grossherzigkeit des Schreibenden (extra noch auf der Ersatzbank) und der von Haile, der sein «Spieler des Jahres»-Geschenk erst bei einem wichtigen und entscheidenden Elfer bei einem Stand von 6:0 oder höher einzulösen gedenkt.

Depo geriet bei hochsommerlichen Temperaturen nämlich nach wenigen Minuten in Rückstand. Ein zugegebenermassen recht ansehnlich gespielter Angriff der Widerständler wurde da zwar im allerletzten Moment von Jonathan noch gestoppt. Darauf folgte aber ein Youtube-würdiges Kollektivverteidigungsversagen, welches in einen fast schamhaft ins rechte Eck trudelnden Ball und somit der Führung des Gegners gipfelte.

Überhaupt, der Gegner. Er hatte einen guten Goalie, wir aber Simon. Er hatte technisch beschlagene Stürmer mit Abschlussphobie, wir den Tom. Er hatte vor allem aber nicht die Ordnung und das Mannschaftsverständnis, welches Depo trotz vieler Unzulänglichkeiten an den Tag legte. Genau das brachte Aussenstehende auf den Vergleich «Strandfussballer», was nicht im mindesten böse oder abschätzig gemeint war. Das Spiel gegen sie war anstrengend, anständig, schön mit anzusehen, durchaus ausgewogen und hat Spass gemacht. Der Vergleich versuchte in Worte zu fassen, dass der Widerstand an diesem Tag individuell gut, als Mannschaft aber nicht entsprechend gut funktionierte.

Dies zeigte sich im Laufe der ersten Halbzeit: Depo liess hinten nicht mehr viele Chancen zu. Vorne startete Tom mal wieder zur rechten Zeit und in diesem Fall kam der Steilpass, hier von Miki, auch mal entsprechend vom Tempo und der Genauigkeit. Er rennt aufs Tor zu, den Rest kennt ihr ja. Kurz vor der Halbzeit dann tatsächlich ein spielerisches Highlight seitens Depo. Der Ball läuft über mehrere Stationen, Tom zieht zur Mitte, Morris mit perfektem Laufweg seziert die Abwehr, Tom steckt durch, Morris sein Schuss mit dem Aussenrist ist zwar arg mittig angesetzt, kann vom Goalie aber nicht abgewehrt werden, es steht 3:1.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit dann wieder das täglich grüssende Murmeltier. Langer Pass auf Tom, rabimsel rabamsel und Tor. Danach geht es den Umständen entsprechend hoch her. Konzentrierte Abwehrarbeit, Passgenauigkeit und Mittelfeldspiel werden als sekundär betrachtet. Das Spiel wogt hin und her, eine Beschreibung der wichtigsten Szenen erfordert den Telegramstil.

Simon pariert mirakulös und greift in allerbester Olli-Kahn-Manier über – Kasper scheitert zum wiederholten Mal kurz vor dem Tor an einem Abwehrbein – Simon mit grossartigem Stellungsspiel – Bänz schreit – Rico mit freiem aber nur halbgeglücktem Abschluss, den Reto über die Linie drückt, aber leider aus Abseitsposition – Simon läuft raus und wehrt eine gute Chance per Pressschlag ab – Tom rennt alleine aufs Tor zu, lirum larum und schiebt den Ball zur Abwechslung mal vorbei – Simon ist geschlagen, der Ball segelt allerdings vorbei – Serge bringt Farbe ins Spiel und zwar nach Kopfballduell ohne Ball blutrote (EDIT: Die Nase scheint nicht gebrochen zu sein) – Irgendwer (Vögi?) ruft laut: Junge! – Der Schreibende mit seiner einzigen an Fussball und körperlich bessere Tage erinnernden Aktion, einem inhaltlich richtigen und technisch halbwegs soliden Rückpass auf den einschussbereiten Kasper, aber Reto – wo kam der denn her? – geht dazwischen und scheitert, hauptsächlich an sich selbst – Simon treibt die Gegner ein weiteres Mal zur Verzweiflung.

Und dann endlich, endlich, Tom mit dem schon erwähnten Karnickelfangschuss. Das Spiel trudelt aus. Der juvenile Anhang ist zufrieden. Irgendwie ist man selbst ebenfalls zufrieden. Irgendwie weiss man auch, dass es eventuell in den kommenden Matches noch einer Leistungssteigerung bedarf.

Kai

Depo: Simon (Goalie), Jonathan (Kai), Bene, Simon (Vögi), Haile, Reto (Bänz), Miki, Serge, Rico (Morris), Kasper, Tom

*diese Aktion wurde von den am Rande sitzenden Aurora-Spielern mit dem sehr uneidgenössischen Satz «In Schlieren ist wer umgefallen» bedacht. Trotz Alkoholeinfluss vielleicht ein Fall für den Ethikrat der Alternativliga?

Was für ein Start!

Traumstart für Depo in die erste jahresübergreifende FSFV-Saison mit Herbst- und Frühjahrsrunde: Auf den Bu-Bu-Bullingersieg vom Samstag folgte nicht etwa ein Hangover, sondern der überzeugende Startsieg in der Meisterschaft. Und, hey, die waren im Fall gar nicht so schlecht, diese Eglisauer … Wir waren schlicht gut.

Es ist fast nicht zu fassen: Depo begann nach der Sommerpause, als hätte es sieben englische Wochen hinter sich: eingespielt, abgeklärt, voll im Flow. Mehrere Bullingerhelden, die am Vortag den wohl grössten Sieg der Vereinsgeschichte (sprich: den ersten Titel) eingefahren hatten, standen Sonntag früh erneut bereit. Darunter Held Kasper, auf der Bullingerwiese Schütze des Golden Goals.

Müdigkeit? Überheblichkeit? Kater gar? Nichts von alledem. Depo war einfach nur fucking parat. Wenn FloKe junior an der Seitenlinie kritisch anmerkt, also, dieser Tom Lüthi wirke etwas müde, es sei Zeit, den Papi wieder einzuwechseln, dann sind das: Luxusprobleme. Denn Depo war kaum in Gefahr, die drei Punkte nicht einzufahren. Einzig zwei schwierige Phasen galt es zu überstehen: die Anfangsminuten bis zum Führungsgoal und den Spielabschnitt nach dem 2:4-Anschlusstreffer in der zweiten Halbzeit, als wir den Gegner unnötig noch einmal aufgebaut hatten.

Der Reihe nach: Eglisau ist mit jungen, ungestümen und schnellen Spielern bestückt. Auch mit einigen richtig guten, gottseidank aber launischen Fussballern – die dann irgendwann auch mal die Lust verlieren, wenn sie mit mehr als zwei Toren hinten liegen. Dennoch waren sie zu Beginn gefährlich. Nachdem Serge die Chance zur frühen Führung knapp verpasst hatte, hätte der Gegner kurz darauf beinahe  das 1:0 erzielt: ein flinker Konter (und wo kein Schiri ist, pfeift auch keiner Offside), ein Flachschuss von links … Kai wäre vermutlich geschlagen gewesen, der Ball rollte am Pfosten vorbei ins Aus. Dafür im Gegenzug unsere Führung: Flo auf Tom, der spielt sich cool durch, 1:0 in der zehnten Minute.

Jetzt waren wir im Match angekommen. Und wir spielten unser 5-3-2 richtig cool runter. Laszlo, bei dem der Ausdruck Verstärkung aber so was von angebracht ist und der sich als lauffreudiger und ballsicherer Aussenback immer wieder auch ganz vorn mit einmischte, hätte bald auf 2:0 stellen können. Er traf den Pfosten.

Stattdessen kurz vor Ablauf der halben Stunde der Ausgleich, ein Gewusel vor unserem Tor, wir bringen den Ball nicht weg, ein Eglisauer schiesst aus rund 18 Metern, gleich mehrere Depos versperren Kai die Sicht – und der wird prompt auf dem falschen Fuss erwischt.

Kurz darauf trifft Laszlo, von Tom herrlich angespielt, doch noch: 2:1. Und in der 36. Minute ist es ein hässiger Vögi (hässig über, wie er später sagen wird, eigene Fehlzuspiele, die ihm kurz zuvor unterlaufen sind), der im gegnerischen Strafraum  nachsetzt und wuchtig zum 3:1 trifft …  ¡Comandante en jefe!

Tenor in der Pause: «Das geben wir nicht mehr her.» Gaben wir auch nicht. Serge erhöht mittels sehenswertem Schlenzer, arschcool aus dem Fussgelenk, auf 4:1. Dann ein Handspenalty, den Kai erst im zweiten Nachschuss parieren lässt, und sogar an dem war er noch dran! Die kurze Unsicherheit nach diesem 4:2 beenden Tom und Loris aber kurz nach der Trinkpause: Ersterer bleibt bei der Cornerfahne draussen hartnäckig, erobert sich einen Ball zurück, bedient Zweiteren (eben: Loris) – 5:2. Der Rest ist Kür: Zweimal Tom selber und Miki besiegeln das Endresultat von 8:2. Und auch wenn der Totomat nie lügt: Der Gegner war nicht so inferior, wie das Resultat suggeriert.

Wir waren ganz einfach saugut. Was vor allem imponierte: die Kompaktheit, die Gelassenheit … und die Fairness. Wir sollten wohl immer ohne Schiri spielen. Kein Gemotze, keine Diskussionen, nichts. Depo agierte so souverän, dass es sich anfühlte, als stünden wir mitten in der Saison: Wir sind eingespielt, das System funktioniert, der Trainer geniesst das Vertrauen der Spieler und diese dasjenige des Trainers, und wir lassen uns kaum aus der Ruhe bringen. Aber das war der Meisterschaftsstart! Und ein Depo, das von Anfang an so parat ist, das ist extrem geil. Wir haben das Bullinger gewonnen und stehen dank Freilos auch im Cup bereits in der zweiten Runde. Das Triple ist also möglich. Und die Torjägerkrone wollen wir auch! Genauer: Unser Tom will sie.

Kurz und gut:
#quadrupel

bänz

Deportivo mit: Kai; FloKe/Tom Lüthi, Jonas, Vögi, Haile, Laszlo/Bänz; Serge, Miki, Loris; Kasper, Tom