Sonntag, 6. Juni 2010 – Meisterschaft

Depo vs. SCUK – 0:4

(Zu) hartes Verdikt

(Zu) hartes Verdikt nach einem über weite Strecken guten Spiel. 0:4 gegen SCUK.

Es war still in den Reihen der Depos kurz nach dem Schlusspfiff. Selbst der immer zahlreicher werdende Nachwuchs am Spielfeldrand dimmte den Output runter. Und in den müden, verschwitzten Gesichtern war vor allem Ratlosigkeit zu sehen. Wie? Und vor allem: Warum so hoch? Man war sich einig, dass die Dramaturgie diesmal nicht für uns geschrieben wurde. Aber manchmal kippt nur ein Detail, ein kurzer Moment ein ganzes Spiel. Wie im Leben, halt.

Depo startete gut, kompakt und abgeklärt. Es präsentierte sich wie ein erwachsen gewordenes Depo. Das hiess, die Abwehr spielte ruhig hinten durch, die Doppelsechs mit Gabriel und Oki räumte auf und verteilte die Bälle auf die Seiten. Es gab keine Hektik, Ballkontrolle war alles. Und SCUK, eine der besten Teams der Liga, hechelte hinterher. Dann kam die etwa 15. Minute. Der Schreiber, ideal von Gabriel lanciert, überwand für einmal die massiert stehende Abwehr und machte bis zum zweitletzten Moment alles richtig. Leider verprang ihm der Ball vor dem für einen Moment leer stehenden Tor. Es war eben dieses Detail, dass das Spiel in ganz andere Bahnen hätte lenken können. So blieb es weiterhin beim 0:0. Dann und wann stachen wir nach vorne, Schumsi (ohne Zerrung!), Blatovic und Patrick vermochten jedoch nichts am Resultat zu ändern. Der fair aufspielende Gegner beging in der Abwehr keine Fehler und gewährte uns nur wenig Platz – wir aber auch. Vögi war wie immer ein umsichtiger Chef, Pascal und Jenni machten ein gutes Spiel auf den Seiten, insgesamt war die Leistung jedes Einzelnen gut. Wir kontrollierten das Spiel, was fehlte, war ein Tor.

Coach Huebi erinnerte in der Pause daran, den zweiten Durchgang ähnlich konzentriert anzugehen. Depo setzte die Vorgabe um – bis zu diesem einen Moment: Die Abwehr ist für einen kurzen Moment unachtsam, ein Prellball geht unglücklich an den Stürmer, dieser zieht aufs Tor, verpasst, sein Partner übernimmt am langen Pfosten, verpasst ebenfalls und trifft einen dritten Kompagnon quasi unfallmässig am Kopf, 0:1. Depo war für einen kurzen Moment unsortiert und kriegte nur ein paar Minuten später den zweiten Treffer, es war wie ein Genickschuss. Deportivo haderte jetzt mit dem Schicksal, auch ein gehaltener Penalty von Goalie Züri verwandelte uns nicht in elf Bravehearts. Bald stands unnötigerweise 0:3. Und vorne konnte die Offensivfraktion nichts Entscheidendes einbringen. Der Schreiber verzog an der Strafraumgrenze und Blatovic verhedderte sich in der gegnerischen Abwehr. Depo konnte zu diesem Zeitpunkt keinen Schalter mehr umlegen und verwelkte mit seinem schönen Kurzpassspiel. Beim zweiten Penalty kann auch Züri nichts mehr ausrichten, 0:4.

So endet ein gutes Spiel mit einem aus Sicht der Depos harten Resultat. Alle waren sich einig: es hätte auch anders ausfallen können. Und wir können mittlerweile mit den Besten mithalten. Aber SCUK ist eben ein gutes Team, mit drei, vier tollen Spielern und zeigte uns, wie man aus wenig, viel macht. Bei uns war es genau umgekehrt. Aber das ist ja schon viel… wenigstens.

Yann Cherix

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