Sonntag, 9. Juni 2013 – Meisterschaft

Depo vs. Zürich United – 0:5

Wer die Tore vorne nicht erzielt…

0-0 nach einer richtigen guten ersten Hälfte. 0-5 nach dem weniger guten zweiten Umgang. Trotzdem behaupte ich: Heute hätten wir gewinnen können.

Jaja, man kennt sie zur Genüge, die Binsenwahrheiten des Fussballs, die all die Thurnheers und Ruefers so gerne aus ihrem Phrasenbuch zitieren. Doch manchmal treffen sie eben doch zu. Wie an diesem Sonntag. Da unser Abwehrturm a.k.a Fels in der Brandung, Vögi, hinten fehlte, stellte Kootsch Yann auf ein klassisches 4-4-2 um. Mit Tom und Beni als Abwehrzentrum und Reto und Miro als Aussenläufern. Den Keeper gab einmal mehr der selbstlose Yann, der sich diesmal gar nicht erst auf Diskussionen einlassen wollte und gleich von Beginn weg freiwillig zwischen die Pfosten stand. Chapeau! Und Merci!

Was wir dann in der ersten Halbzeit ablieferten, war wohl die bisher beste Saisonleistung, angesichts der Umstände. Hinten stand die improvisierte Abwehr sehr gut und Yann hielt die wenigen Bälle die trotzdem aufs Tor kamen sicher. Nach vorne kombinierten wir auch sehr ansprechend und kamen dementsprechend zu unseren Chancen. Nach einem Corner und dem Befreiungsschlag, landet der Ball wieder im Strafraum und der Schreibende erzielt das vermeintliche 1-0. Sein Jubel wurde aber im Keim erstickt. Doppel-Offside mit Simon. Bald darauf spielte sich die Familie Stanek vors Tor, der Abschluss von Serge pfiff knapp am Pfosten vorbei. Und weiter gings mit Depo Chancen, Serge legte quer auf Okan, dieser scheiterte alleine am herausstürmenden United-Hüter. Traumpass von Blitztransfer Miki Stanek (übrigens, welch feiner Fussballer ist uns denn da in die Mannschaft transferiert worden?? Technik, Übersicht, Laufwege, Laufpensum, meine Güte, da kann sich jeder Depomann eine Scheibe abschneiden), Okan steht plötzlich allein vor dem Kasten. Doch zu gross die Furcht vor einem Abschluss mit dem schwächeren linken Schlappen. Er wartet zu lange, die Chance geht vorbei…

Auf der Gegenseite gab’s ein zwei gefährliche Flanken, aber keine richtig klaren Chancen. Zur Pause steht’s 0-0. Je länger das Spiel jedoch dauerte, desto mehr spürte man: Wer heute das erste Tor erzielt, wird die 3 Punkte mit nach Hause nehmen. Und leider schlug United nach der Pause zu. Ein scharf geschossener Eckball kommt direkt aufs Tor, fliegt über Yann hinweg und wird am 2. Pfosten eingenickt (er wäre auch direkt ins Tor gegangen). O-1. Wir geben nicht auf. Kämpfen, spielen, ackern. Doch die Kondition lässt langsam nach, wir können uns nicht mehr die klaren Chancen, der ersten Halbzeit erspielen. Und dann der Genickbruch. Flanke vors Tor, unser herausstürmender Keeper verpasst, der United-Stürmer trifft ins leere Gehäuse. 0-2. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. In den letzten 10 Minuten kassieren wir weitere 3 Tore und lassen die müden Köpfe hängen. Schade, so hoch zu verlieren haben wir nicht verdient. Es war über 60, 65 Minuten eine gute Partie von uns, wir haben es leider in der ersten Halbzeit verpasst, das Spiel zu entscheiden. Platz 2 dürfte weg, der Angriff auf die Meisterschaft für ein weiteres Jahr aufgeschoben sein. Ehre und Cup bleiben uns noch! Und nächstes Jahr starten wir den nächsten Anlauf Richtung Schale. Vielleicht sollten wir uns das Tattoo auf dem Arm von Stan Wawrinka, unserem ewigen zweitbesten Tennisspieler zu Herzen nehmen. Ein Zitat von seinem Lieblingsschriftsteller Samuel Beckett: «Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better.»

Der nächste Sonntag, der nächste Versuch kommt bestimmt! Depo o muerte. Hasta la victoria siempre!

Rico Steinemann

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