Sonntag, 23. August 2020 – Meisterschaft

Depo vs. Olympique Lettenwiese – 0:1

Wenn «noch eine Minute» huerego#*%!?*¡ø*mi noch mal eine zu viel ist …

… und ein gefühlter Sieg zur ziemlich bitteren Pleite wird. Depo war zum späten Saisonauftakt nah am Punktgewinn. Sehr nah.

 

Endlich der herbeigesehnte Tag: Meisterschaftsstart. Wen kümmern da noch Champions League und solcherlei Nebensächlichkeiten? Toll ist, wenn sich bei bestem Fussballwetter fünfzehn ausgeschlafene und hochmotivierte Depos einfinden. Noch toller, wenn sie sich an Miklos’ vorgegebene Devise halten und das geforderte 5-4-1 tief stehend, aber mit höchster Solidität umsetzen. Ganz zuhinterst führt der Meister himself als Spielertrainer Regie. Am tollsten, wenn es gelingt, ein schieres Bollwerk zu errichten, an dem die spielstarken Gegner ein ums andere Mal abprallen. Und geradezu sensationell, was der vife Jonas dann – bricht doch mal wieder einer durch – im Tor so alles hält. Okay, die objektive Betrachterin hätte unsere Aufstellung wohl mit «Zehn hinten – Tom alleine vorn» umschrieben. Und angemerkt, dass ein deportives Umschaltspiel nahezu inexistent war und dass wir, falls doch mal in der Vorwärtsbewegung, zu viele Bälle unnötig verloren. Jedenfalls hielten wir dicht, und es hätte ja sein können, dass Tom vorn aus einem der langen Bälle, die ihn dann und wann erreichten, etwas gezaubert hätte. Er führte Kunststück um Kunststück auf, blieb letztlich dann aber jeweils doch an irgendeinem Bein hängen. Eine Pausenführung wäre unverdient gewesen, das Remis war tapfer ertrotzt.

Schön ist, wenn Depo nach dem Wechsel etwas kecker wird, ohne allerdings hinten die bedingungslose Sicherheit aufzugeben. Noch schöner, wenn dies als starke Mannschaftsleistung daherkommt – kämpferisch, engagiert, solidarisch. Es fehlt nur die krönende Einzelaktion; auch ein Freistoss kurz vor Schluss ist nicht vom Glück begünstigt. Weiterhin torloses Unentschieden. Für uns eher schmeichelhaft, aber letztlich verdient.

Nur, halt!, das ist vorgegriffen. Denn nach etwas mehr als der Hälfte der zweiten Halbzeit geht unser Tom Lüthi schreiend zu Boden. Das Knie. Zuckungen, schmerzverzerrtes Gesicht. Aufstehen unmöglich, weiterspielen sowieso. Minutenlang bleibt das Spiel unterbrochen. Einer holt Eis, ein anderer ruft die Ambulanz. Irgendwann ist der bemitleidenswerte Tom zum Spielfeldrand transportiert, die Partie wird fortgesetzt, Corona-bedingt ohne Schiri. Dumm ist, wenn der Schreibende seine Stoppuhr in den ersten Minuten des Unterbruchs hat weiterlaufen lassen. Noch dümmer, wenn er sie dann noch unterbricht und man sich einigt, dies sei nach ungefähr fünf Minuten geschehen. Richtig saudumm ist es schliesslich, wenn man gemeinsam festlegt, es blieben noch achtzehn Minuten zu spielen. Und geradezu idiotisch, wenn wieder der Schreibende – zu diesem Zeitpunkt schon ausgewechselt und getreu dem Timing auf seinem Handy folgend, obgleich dieses ja Handgelenk mal Pi zustande gekommen ist – nach Ablauf von weiteren siebzehn Minuten in die Runde ruft, das Spiel dauere noch eine Minute. (Er hätte dann ja auch einfach «Fertig!» rufen können, und alle hätten es geglaubt, es hätte vielleicht auch zugetroffen.) Und einfach nur unverzeihlich ist, wenn nach vierundvierzig Sekunden besagter letzten Minute aus  einem Gewusel vor dem Depo-Tor heraus ein Olympianer den Ball noch irgendwie zum matchentscheidenden 0:1 über die Linie bugsiert. Sechzehn fucking Sekunden vor Schluss.

Item. Wir waren besser als erwartet, zuletzt entschied eine kurze Unachtsamkeit. Am Sonntag warten die Furttaler Buben. Es ist nicht Cup, aber wir könnten sie ja auch mal in der Meisterschaft bezwingen. Dem lieben Tom unsere besten Genesungswünsche. Und das mit dem Rücktritt soll er gleich vergessen – so lassen wir dich nicht ziehen, Tom! Gute Besserung!!

bänz

Depo mit:

Jonas; Floke, Tom Lüthi, Miklos, Schummsi, Reto/Bänz; Philipp/Ivan/Kasper/Loris/ Benno; Simon Schr./Flo Lanz/Tom

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