Sonntag, 24. Mai 2015 – Meisterschaft

Depo vs. Zwietracht Turicum – 1:4

Schlecht belohnt. Sauschlecht

Gefühltes Unentschieden gegen Zwietracht, auf dem Papier leider 1:4

Freundlich laden ein: der FC Deportivo und Festwirtschaft «Zum Frohsinn». Ja, wir luden Zwietracht förmlich zum Führungstreffer ein mit einem leichtsinnigen Querpass vor dem eigenen Sechzehner in der dritten Spielminute. Und die Turicümler nahmen dankbar an.

Wir wussten ja vom Training her, dass diese Jungs Gas geben können. Wir wussten ferner, wie verdammt gut sie letzte Saison abgeschnitten hatten. Also waren wir vermutlich sogar ein bisschen überehrfürchtig. Respekt ist gut, allzu viel Respekt kann lähmen. Anders ist die rasche 2:0-Führung der Gegner nicht zu erklären. Mit Tempo und Variationen setzten sie uns unter Druck, wir liessen es geschehen und kassierten bald Gegentor Nummer zwei – Simon Sigg wehrte einen ersten Schuss noch bravourös ab, gegen den Nachschuss war er machtlos.

So weit, so ärgerlich. Was dann aber folgte, war ein grosses Aufbäumen. Es sollte von Mitte der ersten Halbzeit bis zum Ende andauern. Wer das nackte Schlussresultat sieht, wird es nicht glauben – aber das war heute ein gefühltes Unentschieden. Mindestens. Denn: Deportivo gab sich nach dem frühen Rückstand nicht auf, keine Sekunde, im Gegenteil, wir legten die Fesseln ab, kamen durch Flo Lanz zu Chancen und waren nach Bennos Traumtor (Tor des Monats! Hat er schon je von so weit getroffen?) zurück im Spiel: 1:2.

Beherzt. Anders kann man es nicht sagen: Deportivo spielte beherzt. Da war ein Team am Werk! Die Worte des Coachs vor dem Anpfiff, wir sollten «loyal und solidarisch» spielen gegen den starken Gegner, sollten keine Leerformeln sein, wir traten wirklich als Team auf, rannten wie die Verrückten (Man of the Match diesbezüglich: Reto Ehrbar), gingen füreinander, bügelten allfällige Schnitzer des Mitspielers aus – und hinten war da, neben Jonas’ Über- und Umsicht, ja noch Simon Sigg. Depo stand dem Ausgleich sehr, sehr nahe.

Stattdessen der dumme Blitzangriff von Zwietracht unmittelbar vor der Pause: 1:3. Dreimal hatten sie uns über links kalt erwischt, dreimal Stellungsfehler ausgenützt.

Die zweite Halbzeit war es von A bis Y erneut: beherzt. Depo gab nie auf, wurde gar noch stärker, glänzte mit mutigen Vorstössen. Für diese Halbzeit – in der Depo zumindest ebenbürtig war, eigentlich dominant – wurden wir aber sehr, sehr schlecht belohnt. Denn da war noch das Z: wieder die letzte Minute, wieder ein schneller Konter des Gegners, doofes Schlussresultat 1:4. Aber noch mal: Der brutale Endstand spiegelt erstens nicht das Spielgeschehen. Und gibt, zweitens und wichtiger, in keiner Weise weiter, welch tollen Teamgeist Depo bewiesen hat, in welch erfreulichem Zustand sich die Mannschaft befindet.

Auch wenns fürs Winnertableau kaum mehr reichen dürfte: ¡Alles andere als Rang 9 wäre ein Hohn – o muerte!

Bänz Friedli

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