Sonntag, 7. Juni 2015 – Meisterschaft

Depo vs. Furtal's Finest – 1:4

Der zigfache Missbrauch des Konjunktivs

«Hätte, hätte, Fahrradkette», dieses beliebte wie peinliche Bonmot pseudocooler Menschen wäre auch eine passende Überschrift für unser letztes Vorrundenmatch gegen Furttals Finest. Die Spieler von FF, das sei am Rande bemerkt, sind unangenehme Streber, machten sich doch kollektiv schon warm, als gerade mal vier Depos in Platznähe waren.

Zum Thema Spiel im Konjunktiv: Hätte Sturmspitze Yann nach drei Minuten nach wunderbarem Pass von Flo und seiner von Gegen- und Mitspielern gefürchteten Körpertäuschung nicht die Bodenhaftung verloren! Hätte er den Ball, nachdem er sich aufgerappelt hat und wie die Jungfrau zum Kinde zur zweiten Chance gekommen war, auch nur annähernd getroffen! Das Spiel hätte einen anderen Verlauf nehmen können.

Hätten wir nicht nur wenige Sekunden später einen (dem Sonnenschein geschuldeten) Kollektivdefensiv-doppelblackout gehabt! Ballverlust und keine Konsequenz im Aufhalten des gegnerischen Mittelstürmers, Schuss mit der Spize (Pfui!), 0-1. Eine Minute später: Eckball, unglückliche Kopfballabwehr von Jonas, ein wenig Wind, noch weniger Chancen für Simon, Eigentor, 0.2.

Hätte der Verfasser des Artikels nach eigener Ecke den Ball ein wenig solider getroffen und hätte der gegnerische Keeper nicht etwas langsamer in die kurze Ecke abtauchen können? Haben sie aber nicht. Stattdessen wiederum überfallartiger Konter und Rettungstat in höchster Not von Simon weit vom eigenen Gehäuse entfernt. Hätte es da der Furttaler Spieler nicht einfach bleiben lassen können, Simons Klärungsversuch aus 25m direkt ins verwaiste Tor zu schieben?

Vielleicht hätten wir auch das 0-3 bis zur Pause halten können? Haben wir aber nicht, ein verunglückter Rückpass wurde vom gegnerischen Sturmtank – einer Mischung aus Gareth Bale von der Schnelligkeit, Carsten Jancker von der Statur und Fernando Torres zu seinen Chelseazeiten von der Chancenverwertung her – aufgenommen und locker eingeschoben.

0-4, das deprimierende Halbzeitresultat. Hätten Benno (sachlich, väterlich und ruhig) und Yann (emotional, an Ehre und Mannhaftigkeit appelierend) uns nicht wieder aufgerichtet. Hätten wir uns unserem Schicksal ergeben. Und hätte besagter Sturmtank seine in der zweiten Halbzeit gefühlten acht 100%igen Chancen gegen ein mutig anrennendes Depo genutzt… Das Ergebnis wäre deutlich und beschämend geworden!

So konnten wir immerhin die zweite Halbzeit nach einem Penalty durch den Verfasser dieses Artikels gewinnen. Hätte i.ü. jemand die an Tölpelhaftigkeit kaum zu überbietende Szene, die zu dem Penalty geführt hat, gefilmt: Der nächste Youtube-Kracher wäre sicher gewesen.

Hätten wir vielleicht sogar noch einen zweiten Handelfmeter kriegen sollen? Ja, wahrscheinlich. Hätte wir es dann noch mal spannend gestalten können? Wer weiss, wohl eher nicht.

Doch Schluss mit den Konjunktiven, dem Nachtrauern eigener Chancen und dem Bedauern über die verteilten Geschenke! Am Ende steht eine auch in der Höhe verdiente Niederlage gegen einen Gegner, dessen schnelles Spiel und dessen schnelle Stürmer uns an diesem Sonntag einfach überlegen waren.

So beschliesst Depo die diesjährige Meisterschaftsvorrunde auf einem 4. Platz mit zwei Siegen, drei Niederlagen nach jeweils grossem Kampf und einem ausgeglichenem Torverhältnis. Ziel ist nun Platz 9. Und, es sei nicht unerwähnt, der Abwärtstrend ist gestoppt. Nach Platz 20 im Vorjahr wird es nun mindestens der 16. Rang. Der interne Titel „Coach des Jahres“ ist Benno also wohl kaum zu nehmen, bitte für die GV den Blumenstrauss bestellen! Auch zeigt sich, dass Brandrennen und Appelle ans Gewissen nicht immer ungehört verhallen. Bei jedem der Spiele hatten wir genügend Auswechselspieler dabei, meist eine Bank wie die Bayern. Diese Entwicklung müssen und werden wir nun in den Platzierungsspielen bestätigen.

Kader im Spiel gegen Furttal’s Finest:
Torwart: Simon. Abwehr rechts Pascal und Bänz, Abwehr Mitte: Schumsi, Jonas und Beni. Abwehr links: Kai und Haile. Mittelfeld rechts: Miro. Mittelfeld zentral: Barry, Oli und Benno. Mittelfeld links: Flo und Beat. Sturm: Yann, Patrick und Rico.

Kai Landwehr

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