Sonntag, 26. Mai 2019 – Meisterschaft

Depo vs. Aurora – 2:3

Depo für Hardcore-Nostalgiker

Die schönste Nebensache der Welt machte ihrem Ruf wieder mal alle Ehre an diesem strahlend sonnigen Sonntag. Der frisch verlegte Bio-Rasen auf Hardhof 2 leuchtete in zauberhaftestem Wembleygrün, die Gegner zwinkerten einander schon vor dem Spiel freundschaftlich zu, und auch die zahlreich mitgereisten Nostalgiefans wurden nicht enttäuscht: Mit Oklé und Tihi hatten sich gleich zwei Elder Statesmen aus dem Ruhestand zurückgemeldet. Wie viele aus dem aktuellen Kader haben diese beiden Ikonen aus der «Goldenen Generation» von Depo einst noch als Starschnitt über ihrem Kinderbett angehimmelt!

Von der Ersatzbank aus konnten die beiden rüstigen Legenden dann mitverfolgen, dass die neue Generation die glorreiche Depo-Vergangenheit durchaus in Ehren zu halten weiss: Zwei unnötige frühe Gegentore wie in guten alten Zeiten rundeten den eigens für die eingefleischten Nostalgiker orchestrierten Auftakt stilecht ab. Dann: klassisches Aufbäumen à la Depo, bis zum hochverdienten Anschlusstreffer – und mitten in die Druckphase fiel doch noch das 1:3.

Für die Halbzeitpause hatten jene, die ihre 90 Minuten Ballspielglück schon hinter sich hatten, ein originelles Zwischenspiel einstudiert: Vor Wiederanpfiff schickten sie einen Ball nach dem anderen als potenziellen Matchball aufs Feld – ein doppelbödiger Kommentar zu unserer Überflussgesellschaft, der den subversiven Charme dieser Liga hübsch auf den Punkt brachte.

Und das Geschehen auf dem Platz stand dieser geistreichen Aktion in nichts nach. Wie sich das gehört für eine Plauschliga, war man sich auch für arithmetischen Slapstick bei den Wechseln nicht zu schade. Moment, wieso steht Depo nur zu zehnt auf dem Platz? Wie originell, eine Sparmassnahme! Nur Goalie Jonas reagierte völlig humorlos und hielt Depo nicht nur mit tollen Paraden im Spiel, sondern konnte offenbar auch als Einziger über die eigenen zehn Finger hinaus zählen.

In dieser Liga weiss man bekanntlich auch das gesprochene Wort zu schätzen auf dem Platz. «Bist du ein Mongo, oder was?!» Solche aufmunternden Schmeicheleinheiten für den Gegner verleihen dem vergnügten Treiben auf dem Rasen seine besondere Würze. Und wenn ein Spieler nur lang genug am Boden liegt, erkundigt sich der Schiedsrichter zwei Minuten später beim fehlbaren Gegenspieler, ob er ihn denn getroffen habe. Wenn er brav ja sagt, gibts nachträglich Penalty, der dann absichtlich verschossen wird. Halleluja, das ist gelebte Solidarität auf allen Seiten! Schlechte Verlierer? Findet man nirgends in der alternativen Liga. (Gut, der Schreibende vielleicht mal ausgenommen.)

Und die Nostalgiefans? Die kamen nach beidseits eher dürftiger Vorstellung gegen Ende nochmals voll auf ihre Kosten. Also: Entblösste Abwehr mit Roman als magistralem Libero, vorne die typische, unermüdliche Depo-Aufholjagd samt Pfostenschuss von Reto – und praktisch mit dem Schlusspfiff schliesslich, quasi Trostpflaster, der mehr als verdiente Anschlusstreffer.

Was würde Elvis sagen? Der meldete sich auf Whatsapp mit der Kurzanalyse: „Gefühlter 5:2-Sieg endet komplett unverdient 2:3. Sehr beherztes und unglücklich kämpfendes Depo.“

Anspieltipps: „Don’t Be Cruel“, „In the Getto“, „A Little Less Conversation“.

Floke

Torschützen Depo: Kasper, Jörg.

Depo: Jonas – Bänz, Reto, Tihi, Roman, Tom L., Schumm, Res, Floke – Benno, Oklé, Miki, Rico, Jonathan – Kasper, Jörg, Tom M., Tim

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