Alles richtig gemacht

Gegen starke Freestylers holte ein noch stärkeres Depo den zweiten Sieg im vierten Meisterschaftsspiel. Was bereits wieder Gruppenrang sechs bedeutet – und dass wir uns nach oben orientieren sollten. Ohne nun gleich wieder das Wort von der «Favoritenrolle» ins Spiel bringen zu wollen …

Ein grandios aufgestelltes Depo hat an diesem Sonntag alles richtig gemacht. Neunzehn Mann hatten sich zu Spielbeginn eingefunden, so viele, dass Tom Lüthi beschloss, seine lädierte Rippe zu schonen und «nur» zuzuschauen. (Was ihn allerdings nicht daran hindern sollte, einen Ball in ebenso heroischer wie hochriskanter Manier vor dem heranbrausenden Tram zu retten.) Auf Halbzeit zwei kam als Zwanzigster gar noch Tom dazu. Das breite Kader und die vielen Wechselmöglichkeiten waren an diesem heissen 10. Juni bestimmt ein Vorteil. (Allerdings nur, weil wir stets diszipliniert nach strikten Abmachungen wechselten.)

Schlussmann Kai hatte einen grossen Tag, die Viererkette stand immer richtig, und weil die Staneks aus dem defensiven Mittelfeld grossartig nach hinten absicherten, wurde bald klar, dass die Depo-Defensive heute nur schwer zu bezwingen sein würde. Überhaupt starteten wir sehr konzentriert ins Spiel, liessen den Ball laufen – und die Zuspiele waren genau. Nach fünf Minuten frotzelte einer, es seien wohl nun schon mehr Pässe angekommen als im letzten Match während der ganzen 80 Minuten …

Wir lassen die Freestylers zunächst ein bisschen anrennen, werden dann offensiver, was ihnen mit ihrem schnellen Umschaltspiel und den stets die Position variierenden Spitzen zwei, drei Konter ermöglicht, welche Formel-E-Kai allerdings bravourös entschärft. Nach rund 25 Minuten ist es Päde, der kurz nach seiner Einwechslung den Ball sehenswert zur verdienten Führung ins Tor schlenzt. Kurz darauf zieht Päde – wieder er! – über rechts allein los, sieht beim hinteren Pfosten Ike, spielt ihn an, und der drischt den Abpraller – nachdem er seinen ersten Versuch noch vom Goalie pariert sah – mit Nachdruck in die weite Ecke: zum herrlichen 2:0 und der absolut verdienten Pausenführung.

Zwei Dinge interessieren uns während des Unterbruchs: Schatten und Wasser.

Nach dem Wechsel zeigt sich Depo weiterhin stilsicher, der Gegner aber deutlich erstarkt und entschlossen, das Resultat nicht einfach hinzunehmen. Es bedarf einer sauberen Abwehrleistung, um die Null zu halten. Und vorne vergibt Päde (und wir dürfen das hier erwähnen, nachdem wir ihn ja bereits als Mann der ersten Halbzeit und demnach als eigentlichen Matchwinner gewürdigt haben) dreimal aus aussichtsreichster Position die vorzeitige Siegsicherung. Auch leisten wir uns den Luxus einer Verwarnung gegen Jonas – Depo für zehn Minuten in Unterzahl. (Die Karte wäre allenfalls vertretbar gewesen, hätte der Schiri auch auf der anderen Seite so rigoros durchgegriffen. Wir hatten freilich den Eindruck er lasse nicht beiderseits dieselbe Härte walten. So hätte zum Beispiel ein hartes Einsteigen gegen Kasper genauso mit Gelb quittiert werden können. Aber was solls …?)

Der auf die zweite Halbzeit zu uns gestossene Tom ist es schliesslich, der mit einem Doppelpack souverän auf 4:0 stellt und alles klar macht. In der Folge vergeben wir noch zahlreiche Chancen, und Jonathan erzielt ein Offsidetor, ehe Tom für Ike zum Schlussresultat auflegt: 5:0! Ein verdienter Sieg. Man könnte einzelne hervorheben: den nimmermüden Miki, «Marathon Man» Reto mit seinem Laufpensum und Drang nach vorn, den ebenso verspielten wie ballsicheren Ike … Aber es war primär eine tolle Teamleistung: Offensivspektakel aufgrund einer gefestigten Defensive. Das war sehr geil.

PS – Freestylers? War da nicht was gewesen? Doch: das unglücklich verlorene Cup-Halbfinale letzten Herbst in Greifensee. Es war keine eigentliche Revanche, heute. Aber eine Genugtuung wars schon. Denn wir waren richtig gut! Und Furttal wird uns bestimmt nicht noch mal zweistellig heimschicken. (bänz)

Deportivo spielte mit:

Kai im Tor;
Haile/Jonas, Schummsi/Bene/Mumir, Reto/Bänz;
Ike/Loris/Jonathan/Miki/Serge/Sevi/Morris;
Päde/Okan/Kasper/Tom

Sondereinsatz: Tom Lüthi

«Souverän ist anders, aber Sieg ist Sieg»

Das sagte der Coach nach dem Cupspiel gegen Real Cabrón in die Mikrophone und damit ist eigentlich bereits alles gesagt.

Gegen einen vermeintlich schwachen Gegner beginnt Depo im ungewohnten 3-5-2 mit dem Ziel, im Mittelfeld die Räume eng zu machen und das Spielgeschehen in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Im Mittelfeld sollten Jonathan, Gast Fabian und Päde auf der 10 die Lücken schliessen und die schnellen Gast-Stürmer Nica und Linus bedienen. Auf den Seiten war vorgesehen, dass Rico und der Schreibende Druck nach vorne machen und gleichzeitig hinten aushelfen, wenn sich das Spielgeschehen auf die andere Seite verlagert. Und hinten gruppieren sich Flo und Roman um den Patron Vögi. Soweit die Theorie.

Anfangs war die Unsicherheit der ungewohnten Positionen in den Reihen Depos spürbar. Gelungene Aktionen wechselten sich mit weniger gelungenen ab, auf einen Ballgewinn im Mittelfeld folgte ein Fehlpass, ein Stellungsfehler brachte den Gegner in aussichtsreiche Position, worauf ein sauberes Tackling das Leder zurück in unseren Besitz beförderte. Das Spiel wogte ein paar Minuten hin und her ohne klare Vorteile für eine der beiden Mannschaften, aber Depo kam besser ins Spiel und nach einem Ballgewinn tankte sich Nica auf der linken Seite durch und drang in den Strafraum ein. Ein kluger Querpass und ein sehenswerter Aussenristschlenzer von Linus brachte Depo 1:0 in Front. Doch leider brachte die Führung nicht die gewünschte Ruhe ins Spiel. Es ging im ähnlichen Stil weiter, doch ohne nennenswerte Aktionen bis zur Pause. Interessantes tat sich höchstens neben dem Spielfeld, wo mit Simon und Tom namhafte Verstärkung eintraf. Wir konnten sie wahrlich gebrauchen.

In der Pause wurde zum Erleichtern aller das alte 4-4-2 angeordnet und tatsächlich trat Depo nach dem Seitenwechsel mit neuem Elan auf. Wir standen besser und näher beim Gegner und Ball. Auch die Genauigkeit im Passspiel erholte sich und näherte sich wieder den gewohnten 95 Prozent an. Die gegenseitige Unterstützung funktionierte und schon bald einmal erreichte ein Vorstoss auf der rechten Seite die Grundlinie. Statt blindlings den Abschluss zu suchen, wurde auch mal zurück gestaffelt und nach einem klugen Pass von sackstarken Fabian an die Strafraumgrenze konnte sich Tom in unnachahmlicher Manier lösen und scharf und präzis den Ball im nahen Eck unterbringen: 2:0 für Depo. Wer nun glaubt, die Sache sei damit gelaufen, kennt Depo wahrlich schlecht. An diesem Tag wollte es mit der Ruhe einfach nicht sein. Der Gegner – wahrlich keine Fussballgötter – mobilisierten nochmals ihre auf doch vielen Schultern verteilten Kräfte und über flinke Aussenspieler rollte bald ein Angriff nach dem anderen auf das Tor Depos zu. Manche dieser Angriffe wussten wir im Mittelfeld oder dann an der Strafraumgrenze zu klären, was einerseits mit brillantem Stellungsspiel unserer Hinterleute zu tun hatte, aber – es muss gesagt sein – auch an der teils doch eher bescheidenen Qualität der gegnerischen Pässe lag. Doch dann und wann fand ein Ball den Weg ins Zentrum, häufig mehr durch Zufall, denn als Ergebnis einer gelungenen Ballstafette. Und so kam es, wie es kommen musste: so ein Ding kullerte dann halt doch ins Depo-Tor. Wäre der vorbei, man hätte sich nicht mal eine Chance notiert. Apropos Chancen: es war nicht so, als ob Depo keine davon gehabt hätte. Der nun hochstehende Gegner bot reichlich Raum für schnelle Gegenstösse, eigentlich eine Depo-Spezialität. Und so konnte der neutrale Zuschauer mehr als einmal dabei zusehen, wie unsere flinken Spitzen auf das gegnerische Tor zu marschierten, getrennt von der Erlösung nur noch durch den Torwart und einen oder zwei einsame Verteidiger. Doch nie kam der Pass im richtigen Moment, nie passte das Timing der letzten Finte und nie sass der Abschluss. Entweder war ein Bein dazwischen oder der Ball flog gen Himmel. Oder gar, wie Rico schmerzlich erfahren musste, geriet das Zusammenspiel zwischen Ball, Unterlage und Gebein derart durcheinander, dass eine üble Verletzung am Sprunggelenk die Folge davon war. Eine schnelle Genesung wünschen wir! Auch Päde erhielt im dümmsten Moment einen Schlag auf die Brust, dass es ihm den Atem verschlug. Und auch nur darin kann der Grund liegen, weshalb er wenige Minuten später eine Volley-Abnahme knapp über statt unter die Latte haute. Dasselbe Schicksal, dass kurz zuvor auch Flo ereilte. Es fehlt gar wenig und vieles wäre so viel einfacher gefallen.

Der Schluss ist schnell erzählt. Depo verpasste es, den Sack zuzumachen, hielt aber bis zum Schlusspfiff den Kasten rein. Ein nicht unverdienter Sieg, aber wahrlich auch kein Glanzstück. Was bleibt? Ein Sieg, viel Luft nach oben und die Einsicht, dass wir so die nächste Runde nicht überstehen werden.

#depoomuerte

Aufstellung: Simon; Flo/Haile, Vögi, (Simon), Roman/Bänz; Rico, Fabian, Päde, Jonathan, Benno; Linus, Nica, (Tom)

Benno

Depo taucht gegen Furttal

Tweet der Woche:
Mutige, offensive Startviertelstunde von #Depo. Dann nach allen Regeln der Kunst ausgekontert. Wieder und immer wieder. Nach diesem 0-12 lässt sich sagen: Gegen Furttal muss Depo mauern, sonst wird das nix.
#wirkommenwieder

Aufstellung: Tor: Simon / Verteidigung: Gast Flo, Tom, Gast Diego, Kai, Bene, Gast Ike / Mittelfeld: Jonathan, Gast Seve, Rico, Miki, Serge / Sturm: Okan, Tom, Gast Nica

Es geschah am 13. Mai

Ein stürmender Aussenbilly, ein lupenreiner Hattrick und die ersten drei Punkte der Saison: Schön wars gegen unseren Lieblingsgegner!

Quizfrage zum Dienstaltersprüfung: Platz 11 gegen Aurora, sagt uns das etwas? Aber schön der Reihe.

Nachdem unter der Woche schon das Wort «Verschiebungstermin» durch den Chat geisterte, fanden sich am Sonntag, dem 13. Mai (!), dann doch 14 Depos ganz hinten auf dem windigen Platz 11 ein. Und trotz gewichtiger Absenzen und etlichen kurzfristig aufgebotenen Gästen kam Depo anfangs ganz gut zurecht gegen unkonzentrierte Auroras. Nach einer Viertelstunde war eigentlich klar: Die sind zu packen. Aber dann liessen wir uns doch ein paar Male hinten einschnüren von einem Gegner, der eigentlich ohne zwingende Ideen blieb. Doch dann: kurze Orientierungslosigkeit nach einer Ecke, schon hiess es 0:1. Später ein Freistossball, der vom Wind immer weiter getragen wurde, und so ging es mit hängenden Köpfen und einem 0:2 in die Pause.

Aber hey, wir waren auf Platz 11, und der Gegner hiess Aurora. Die ergrauten Depos unter uns werden sich erinnern: Anno Tobak lag man hier gegen denselben Gegner zur Halbzeit sogar mal 0:4 zurück – und kehrte dann das Spiel zum 5:4.

Nach der Pause drehte also einer auf, als wäre er damals schon dabei gewesen. Ein Einwurf auf der linken Seite, Tom wuselt sich an mehreren Verteidigern vorbei, ehe er auch noch am Torhüter vorbei zieht – und von diesem von den Beinen geholt wird. In Abwesenheit von Kai («München, Black-Tie-Event») übernimmt Vögi die Verantwortung und verwandelt den fälligen Elfmeter so souverän, als hätte es bei Depo nie eine Penalty-Misere gegeben.

Der Anschlusstreffer sorgt für den nötigen Auftrieb, vor allem bei unserem rechten Aussenbilly mit plötzlichem Tordrang. Da stürmt Reto also vorwärts, spielt sich per Doppelpass frei und bezwingt den Goalie mit einem wunderschönen Schlenzer in die entfernte Torecke. «Wow, ich warte schon seit zehn Jahren darauf, so ein Tor zu schiessen», gratuliert ihm der Aussenbilly von der anderen Seite nach dem Spiel. Reto, strahlend: «Ich hab auch zehn Jahre darauf gewartet.»

Nach diesem historischen Moment war Depo nicht mehr zu bremsen. Vor allem einer nicht: Vorne gab Tom den Auroras den Rest mit einem lupenreinen Hattrick zum 5:2-Endstand, hinten liess Depo nichts mehr anbrennen. Fehlstart abgewendet, und wie schon bei der unglücklichen Niederlage zum Saisonauftakt galt auch diesmal: Schön wars! Jetzt heisst es: Holen wir uns die Favoritenrolle zurück!

Aufstellung: Simon – Reto, Vögi, Schumm, Haile, Floke – Benno, Morris, Jonathan, Stefan, Florian – Kasper, Tom, Diego

Floke

Favoritenrolle passé – Kämpferisches Depo unterliegt Bernina mit 3-0

Der Saisonauftakt ist ergebnistechnisch misslungen. Trotz eines über weite Strecken guten Spiels unterlag Deportivo dem Team von Atletico Bernina mit 0-3. Das Spiel gab einen sehr guten Vorgeschmack auf die Spiele der «Todesgruppe», es gab und gibt aber auch einige Gründe diesen nächsten Spielen mit Vorfreude und Zuversicht entgegen zu sehen.

Es waren harte, lehrreiche 80 Minuten, dieser Saisonauftakt von Deportivo. Das lag weder am unebenen Rasen noch an der gleissenden Sonne. Wie in der «Todesgruppe» nicht ganz überraschend hatte Depo einen sehr starken Auftaktgegner erwischt. Atletico Bernina beeindruckte schon vor Spielbeginn mit einem Warmlaufritual und gemeinsamen Sprintübungen, die jeder unterklassigen Mannschaft mit übermotiviertem Trainer zu Ehre gereicht hätten. Erschreckenderweise wirkten die Grünweissen topfit und waren zudem noch zahlreich. Depo sah sich gleich 18 Gegenspielern gegenüber. Auch wenn natürlich nur elf davon gleichzeitig auf dem Feld standen, machten sich die frischen Kräfte, welche ohne Qualitätsverlust laufend ins Spiel gebracht wurden, gegen die insgesamt dreizehn Depos spätestens in Halbzeit Zwei bemerkbar.

Davor stand aber eine recht ausgeglichene erste Hälfte. Wie so häufig hatte der Gegner mehr vom Spiel, doch nicht unbedingt ein Mehr an Chancen. Ein einziges Mal musste Keeper Simon sein Können beweisen, gegen den Gewaltschuss auf weniger als 20 Metern tat er dies aber mit Bravour. Sonst bestand nicht viel an Gefahr, vor allem weil die Depo-Verteidigung mit den beiden grazilen Innenverteidigern Simon und Vögi an vorderster Front aufmerksam, konzentriert und robust agierte. Allerdings litt durch das konsequente Mannschaftsverteidigen und damit verbunden die vielen Laufwege ein wenig der eigene Spielfluss. Die Spitzen Kasper, Päde und Tom waren sehr bemüht, hatten aber mangels guter Zuspiele, fehlender Anspielstationen und wirklich exzellenter Verteidiger ein schweres Leben. Dennoch konnte vor allem Tom zwei Mal aussichtsreich aber letztendlich ohne Fortune durchbrechen.

Turbulent und letztlich spielentscheidend waren die ersten zwanzig Minuten nach der Halbzeit. Der Gegner legte ein bis zwei Zähne zu und schnürte Depo in der eigenen Hälfte ein. Das Depo-Spiel entwickelte sich kaum mehr, gewonnene Bälle wurden postwendend durch arg schlampige Abspiele oder zu wenig Stabilität in den Zweikämpfen wieder hergegeben. Die ersten Fernschussversuche von Bernina waren zum Glück noch zu wenig präzise. Depo konnte nach einem Corner im Gegenzug sogar so etwas wie einen Torabschluss verzeichnen. Der Fallrückzieherversuch des Schreibenden ist insgesamt positiv zu bewerten: Er landete immerhin im Toraus und ging ohne gröbere Verletzungen der eigenen Person oder eines Gegners über die Bühne, einzig gefährlich war nun wirklich nicht.

Wenig später fiel dann der mittlerweile verdiente Führungstreffer. Gleich mehrmals wurden gewonnene Ball wieder verloren, das letzte Mal entscheidend, als ein zu kurz und ungenau geratener Abwehrkopfball auf dem rechten Fuss des Berninastürmers landete. Dessen Direktschuss aus 20 Metern war sehenswert, leicht abgefälscht und zu allem Unglück auch noch drin.

Es folgte aber nicht etwa ein Einbruch, sondern die beste Phase von Depo. Wütende Angriffe brachten die gegnerische Abwehr gleich mehrfach in Verlegenheit. Tragischer Held dieser Phase war Tom. Erst bahnte er sich in seiner typischen Art einen Weg Richtugn Tor, wo eigentlich keiner war, um dann vor dem finalen Glücksmoment (eventuell auch dem Platz geschuldet) die letzte Ballmitnahme etwas zu weit geraten zu lassen. Der Torwart kam gerade noch rechtzeitig an den Ball. Schade, da war mehr drin. Ebenso wie nur ca. fünf Minuten später, als Tom auf der linken Seite durchbrechen konnte, nach innen zog und wenige Augenblicke später im Strafraum zu Boden ging. Nicht dass er klar umgehauen worden wäre, doch der Körperkontakt von der Seite war da und bei dem Laufweg und der Geschwindigkeit bringt das halt auch den robustesten Stürmer zu Fall. Weder der aufgrund des ersten Spieltages nicht vorhandene Schiedsrichter noch die Bernina-Verteidigung sahen das aber in dieser Weise, so blieben anstelle eines Penaltys leider nur kurze Momente der Zwietracht .

Diese Situationen hätten dieses Spiel wie so einige Spiele in der letzten Saison kippen lassen können. Heute aber nicht: Ballverlust auf links, Durchbruch, Flachschuss ins lange Eck, 2-0. Und nur wenig später machte der Berninastürmer gegen ein mittlerweile aufgerücktes und doch auch müdes Depo seinen Dreierpack perfekt. Das Spiel war endgültig entschieden und trudelte so aus.

Die Niederlage ist nach Spielanteilen und letztendlich nach Chancen absolut verdient, Bernina war schlicht und ergreifend die bessere Mannschaft an diesem Nachmittag. Mit etwas mehr Glück in den entscheidenden Situationen wäre dennoch vielleicht ein Punkt oder gar mehr drin gelegen, und das ist die positive Nachricht. Deportivo kann auch in dieser Saison guten Mannschaften das Leben arg schwer machen, was in der Todesgruppe auch dringend von Nöten sein wird. Eine neue Gelegenheit das zu zeigen und das eigene Leistungsvermögen besser einzuschätzen, bietet sich am kommenden Sonntag beim Sechspunktespiel gegen Aurora (0-3 gegen die Furttaler am ersten Spieltag).

#depoomuerte

Aufstellung: Simon (Goalie), Reto, Simon, Vögi, Kai (Abwehr), Benno, Jonathan, Tom L., Flo (Mittelfeld), Kasper, Päde (Sturm), Tom und Schums

Kai

Turniersieg! 

Depo startet vielversprechend in die neue Saison. Das Mini-Vorbereitungsturnier mit je einer Halbzeit gegen Real Azul und Gremio endet mit einem Depo-Sieg.

Vor allem unser Goalie wurde vom Depo-Nachwuchs am Spielfeldrand immer wieder kritisch kommentiert.  «Was macht denn dä? So wiit use als Goalie!» Flos Sohn ist mit einem der leicht übermotivierten Ausflüge von Aushilfs-Keeper Kai nicht ganz einverstanden. «Er ist gar kein richtiger Goalie, sondern spielt normalerweise draussen. Darum kann er schon mal dribbeln», relativiert darauf Kais Sohn. Später fällt dem Spielbeobachter Benjamin auch die «mega-aggressive» Spielweise unseres Keepers auf.

Aller Kritik zum Trotz war uns Kai (und später Stellvertreter Jonas) an diesem herrlichen Frühlingsnachmittag auf dem Hönggerberg ein sicherer Halt. Im gewöhnlichen 4-4-2 startet Depo gegen den letztjährigen Gruppenletzten Real Azul und die ersten 20 Minuten sind durchaus gefällig. Der Schreibende erzielt mit einem Flachschuss das 1:0, nachdem sich Beat im Strafraum durchtankt und ihm der Ball quasi vor die Füsse fällt. Die vermeintlich sichere 2:0 Führung fällt nach einem Eigentor (oder war Kaspar noch dran? Die Erinnerung ist schwammig). Depo übt sich danach im Auslassen von Grosschancen, eine bleibt dabei besonders in Erinnerung: Kaspar setzt sich im Strafraum herrlich durch und passt überlegt in die Mitte, Pädi hat das leere Tor sperrangelweit offen vor sich … und jagt die Kugel aus nächster Nähe über die Latte. «Miss of the season» sagen sie dazu jeweils bei BBC’s Match of the Day.

Völlig unverständlich verliert Depo nach gutem Anfang etwas den Faden. Wir stehen zu weit vom Gegner weg, nehmen die Zweikämpfe plötzlich etwas weniger konsequent an und geben das Spiel doch noch aus der Hand. In den letzten 5 Minuten erzielt Azul zuerst den Anschlusstreffer, um quasi mit dem Schlusspfiff noch auszugleichen.

Im zweiten Spiel des Tages gegen Gremio spielt Depo phasenweise richtig gut. Der Ball läuft auf dem Kunstrasen hübsch durch unsere Reihen und Coach Benno erzielt nach schönen Kombinationen die Treffer zur beruhigenden 2:0 Führung. Sogar den Hattrick hat er auf dem Fuss, als ihm Okan den Ball mit einer Aussenristflanke mustergültig vorlegt … Bennos Abschluss segelt knapp vorbei. Kurz darauf schliesst Kaspar eine Ballstafette über Miklos und den Schreibenden mit dem 3:0 ab. Anders als gegen Azul lässt Depo nicht nach und das nach einem Weitschuss erzielte 1:3 von Gremio ist nur noch Resultatkosmetik.

Mit vier Punkten und dem besten Torverhältnis steht Depo nach dem Miniturnier als Sieger da. Alle drei Mannschaften zeigen sich nach dem langen Winter noch etwas eingerostet, Depo legt aber zumindest teilweise schon eine erstaunliche Frühform an den Tag. Die Saison kann kommen. «Todesgruppe» hin oder her.

Depo:
Tor: Kai (Spiel 1) / Jonas (Spiel 2)
Abwehr: Benne, Vögi, Schumsi, Flo, Jonas, Beat
Mittelfeld: Benno, Miki, Barry, Rico
Sturm: Okan, Pädi, Kasper

Rico